Flensburger Rumhäuser.

In ganz Deutschland bekannte Werterzeuznisse von ...

Das Rum in Flensburg eine lange Tradition hat, sagt schon der verdiente Name Rumstadt Flensburg und der bekannte Begriff "Flensburger Rum". Es ist die Rede von ehemals über 200 Rumhäusern, die ältesten gegründet anno 1717, 1738 und 1748, in einer Zeit, wo wir noch nicht mal Rum in der Stadt hatten.
Die Rumgeschichte Flensburgs begann 1755, als die Flensburger Kaufleute von Kopenhagen die Handelsfreigabe erhielten, und die "Neptunus" als erstes Schiff den Flensburger Hafen Richtung Karibik verließ. Nicht dass die Flensburger keinen Alkohol hatten, gebrannt wurde reichlich. Weinbrand, Korn- und Kartoffelschnäpse, aber auch Aquvavit, ein Kümmelschnaps, für die Flensburg ja auch bekannt ist, wurden sicherlich von vielen Fabrikanten zu jeder Zeit gebrannt.

Die Anfänge der meisten Rumhäuser liegen im Handel mit Kolonialwaren und Wein oder mit der Herstellung von Essig, Senf, Hefe und Sprit.
Das Jahr des ersten der Deutschen Einigungskriegs, 1864, bringt eine wichtige Änderung in die Rumgeschichte. Flensburg fällt an Preussen und kann nicht mehr nach West-Indien segeln. Somit erschließen sich neue Möglichkeiten unter Englischer Fahne in Jamaika neue Handelsbeziehungen aufzubauen. Als jedoch 1885 das Reichsmonopolgesetz zum steuerlichen Nachteil des Rumhandels führte, suchte man nach Alternativen. Und erst jetzt kommen die Pure-Rums ins Spiel. Das "Pott-Still" Destillations-Verfahren wird entwickelt, bei dem der Rum 2-Fach destilliert, und bei einem Alkoholgehalt von 80-90% Vol., geschmacklich stark konzentriert wird. Dieser hochprozentigen karibischen Pure-Rum kann in kleineren Mengen mit weniger Einfuhrzöllen nach Flensburg importiert werden, und hier mit Agraralkohol und dem weichen Flensburger Wasser zu viel Flensburger Rum verfeinert werden.

Ab 1911 kommen die Rumhäuser zu Ihrem Namen. Sie veredeln die Pure-Rums nach eigenen Rezepten nach erneuter Reifung in Eichenfässern zum legendären "Jamaika Rum Verschnitt". Der als "Deutsches Erzeugnis" markierte Rum erlangt nicht nur Deutschland weit einen hervorragenden Ruf, nein auch im Ausland ist der Flensburger Rum als "German flavoured Rum" von großer Beliebtheit.

Die Weltkriege, besonders das Brennverbot in der Zeit des Nationalsozialismus von 1936 - 1945, verschlechtern den Rummachern die Arbeit besonders. Sie sind gezwungen zu fusionieren, oder verkaufen Ihre Firmen und Markenrechte. Ende der 1940er Jahre bekommt die Flensburger Rum-Wirtschaft wieder einen großen Aufschwung. Mitte der 1960er Jahre waren 27 Spirituosenhersteller in Flensburg ansässig. Die spätere Industrialisierung führt dazu, dass kleinere Firmen sich den großen Anschließen, aber auch die großen Marken fusionieren. Einige Firmen verlegen Ihren Standort, um wirtschaftlich mit besserer Infrastruktur, ihre Produkte besser vermarkten zu können, was nicht immer zum Vorteil der Qualität der Produkte war, da das Flensburger Wasser fehlte.

Nach dem 1998 das letzte große Rumhaus seine Produktion einstellte und die Markenrechte verkaufte, haben wir noch ein, aus ursprünglicher Zeit erhaltenes Rumhaus.
So bleiben Flensburg noch die Namen der großen Marken, die heute noch erhalten sind. Asmussen, Balle, Boddel, Bommerlunder, Hansen, Nissen, Pott, Dokator und das Flensburger Feuer sind unter anderem noch im Handel.

Die Auflistung der Flensburger Rumhäuser stellte sich dennoch als schwierig heraus. Die Lösung fand sich wieder beim Thema Sammeln. Werbung aus alten Heftchen, alte Adressbücher, Rum- Flaschen, Gläser und andere Werbeartikel sollten diesen Teil der Geschichte bewahren. Somit gibt es in der Liste auch Rumhandelshäuser, die keinen eigenen Rum herstellten, sondern lediglich abfüllten. Andere nicht aufgeführte Firmen haben evtl. einen Rum gehabt, aber es sind keine bekannt, oder nur Rum importiert, wie u.a. bei diesen Spirituosenherstellern:

  • F.W. Funke, Grossestrasse No. 559
  • P.C. Rothmann, Norderstraße 32
  • J.H. Schröter, Norderhofendenstraße 19
  • P. Petersen, Neustadt 67
  • A.F. Clausen, Neustadt 7
  • H.B. Wilms, Norderstrasse 154
  • H.P. Schmidt, Holm 39
  • von Eitzen, Holm 57
  • Jacob Petersen, Norderstraße 114
  • Adolf Pulon, Große Str. 42/44
  • Ferdinand Fürst, Norderstr. 17
  • Flensburger Rum- und Spirituosendestillation, Heinrich Rubert, Tilsiter Str. 4
  • Rum-Import Herm. B. Petersen, Friedrichshöh 5
  • Christoph Mahnke, Schiffbrückstraße 8

Einige Marken wurden bereits während meiner Recherchen weiter verkauft. Für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit aller bereitgestellten Informationen kann ich nicht garantieren. Die nebenstehende Aufstellung dient lediglich der Unterstützung von Sammlern und der Unterhaltung von Interessierten Flensburgern und nicht-Flensburgern.
Bei ergänzende Informationen, Fehlern, konstruktiver Kritik oder sonstige Einwänden wenden Sie sich bitte direkt an mich. Besonders freue ich mich über positive Rückmeldungen in meinem Gästebuch.
Somit viel Spaß beim Stöbern
wünscht Euch/Ihnen Michael Hancke


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